Forward-Darlehen – jetzt sinnvoll?

Keine Angst vor steigenden Hypothekenzinsen

Zinsentwicklung bei Forwarddarlehen im Blick
Zinsentwicklung bei Forwarddarlehen im Blick

Aktuell sind die Forwarddarlehen-Zinsen auf einem historisch niedrigen Niveau. Gute Chancen also für alle jene, die aktuell nach einer Finanzierung suchen. Doch viele Hausbesitzer stellen sich die Frage, wie es mit der Zinsentwicklung weitergeht. Langfristig kann diese Frage leider niemand seriös beantworten. Lediglich mittelfristige Trends lassen sich ableiten. Trotzdem ist es wichtig, dass sie als Kunde die Zinsen im Blick behalten.

Zinsen bleiben mittelfristig niedrig

Die gute Nachricht: Aktuell deutet nichts auf steigende Zinsen hin. Die Geldpolitik der EZB scheint eher noch exzessiver in Richtung des billigen Geldes zu streben. Mario Draghi ist noch bis 2019 gewählter EZB-Präsident. Er scheint trotz zunehmender Kritik wenig Interesse an einem Strategiewechsel zu haben. Vermutlich gibt es auch kaum Spielraum, da einige Euroländer eine derartige Schuldenlast vor sich herschieben, dass schon eine minimale Zinsanhebung die Belastungen deutlich erhöhen würde.

Politische Unsicherheit durch Wahl von Trump verstärkt

Auch die politische Situation hält die Zinsen in Europa niedrig. Durch die US-Wahlen vom 08.11.2016 haben die Unsicherheiten weiter zugenommen. Es steht noch in den Sternen, wie genau die Wirtschaftspolitik von Donald Trump ausgerichtet sein wird. Klar scheint jedoch bereits, dass der Zugang zum US-Marktzugang für viele europäische Konzerne erschwert werden wird. Angesichts dieser Entwicklung rechnen viele Marktbeobachter damit, dass die EZB die Zinsen weiterhin niedrig hält, um nicht zusätzliche Belastungen zu schaffen.

Die Kehrtwende wird kommen

Sicher ist aber auch, dass die Zinsen nicht auf unbestimmte Zeit auf einem derart niedrigen Niveau verbleiben werden. Spätestens mit einem stärkeren Anstieg der Inflation, werden auch die Zinsen anziehen müssen. Diese Entwicklung kann schneller kommen als viele Beteiligte es erwarten. Aktuell wird die niedrige Inflation insbesondere von sinkenden Energiekosten getragen. Es bleibt auch abzuwarten, wie sich die EZB angesichts der zunehmenden Überhitzung der Immobilienmärkte verhalten wird.

Wie sich Immobilienbesitzer verhalten sollen

Angesichts der aktuellen Entwicklungen sollten Immobilienbesitzer, welche in den nächsten 5 Jahren eine Anschlussfinanzierung benötigen, den Kapitalmarkt genau im Blick behalten. Wer mit steigenden Zinsen rechnet, kann sich für ein Angebot für ein Forwarddarlehen einholen. Bei einer längeren Vorlaufzeiten, sollte der Kunde jedoch den Forwardaufschlag beachten. Ob die Sicherung des festen Zinssatzes den Aufschlag rechtfertigt muss jeder Kunde individuell beurteilen. So liegt der Zinsaufschlag für ein Jahr Zinsgarantie bei etwa 0,2 Prozent. Dabei können die Konditionen einzelner Anbieter stark schwanken.

Vorlaufzeiten bis zu einem Jahr ohne Zinsaufschläge möglich

Spätestens ein Jahr vor Ablauf der bestehenden Finanzierung, sollte sich der Kunde aktiv am Markt umschauen. Dieses gilt umso mehr, wenn der Kunde mit steigenden Zinsen rechnet und sich den aktuellen Zins sichern möchte. Dabei gibt es einzelne Anbieter, die aktuell bei einer Forwardperiode von bis zu einen Jahr gänzlich auf Aufschläge verzichten.

Nicht nur Forwarddarlehen mit Vorlaufzeit

Doch nicht nur Forwarddarlehen können hier interessant sein. Auch viele Anbieter klassischer Annuitätendarlehen bieten eine gewissen Zeitrahmen, in dem das Darlehen ohne Bereitstellungszinsen zur Verfügung steht. Dieses kann somit bei kurzen Vorlaufzeiten eine gute Alternative darstellen. Einige Anbieter haben demnach einen breitstellungszinsfreien Zeitraum von bis zu 12 Monaten.

Kriterien für Anschlussfinanzierung

Bei einer frühzeitigen Regelung der Anschlussfinanzierung sollte der Kunde jedoch auch die Flexibilität im Blick haben. Schließlich können sich die Vermögensverhältnisse über einen längeren Zeitraum doch erheblich ändern – sowohl aus positiver wie auch aus negativer Sicht. Oft erben Kunden einen Betrag, den sie gerne in die Finanzierung einbringen wollen. Sonderzahlungsoptionen erhöhen hier die Flexibilität. Ebenso sollten die Belastung nicht zu eng kalkuliert werden. Zeitweilige Krankheit, Scheidung oder Arbeitslosigkeit können sonst schnell zu einer finanziellen Gefahr werden. Lesen Sie dazu: Kriterien der Anbieterauswahl…

Zusammenfassung

  • Mittelfrister Trend deutet weiterhin auf stabiles niedriges Zinsnivau hin
  • Kunden sollten ab einem Zeitraum von 5 Jahren vor Anschlussfinanzierung die Zinsen beobachten
  • Forward-Darlehen erst sinnvoll ab 3 Jahre Vorlaufzeit, wenn sie steigende Zinsen erwarten
  • Nutzen Sie unseren Newsletter um über die aktuelle Zinsentwicklung informiert zu bleiben

 

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